Im Freiraum der Farben- und Formenwelt, in angeregtem Tun, üben wir neues Bewegen, Empfinden, Gestalten. Farben sprechen direkt zum Fühlen. Und Gefühle beeinflussen unsere Körpervorgänge (z. B. Puls und Atem), beschleunigen oder verlangsamen, befeuern oder entspannen.
Wir wollen die Dynamik einer Krankheit erleben und erkennen. Daraus finden wir - in Zusammenarbeit mit den Ärzten und oft gemeinsam mit dem Patienten - heilende, ausgleichende Farb- oder Bewegungs- und Formenimpulse. Die Krankheit wird so zur Chance, an der eigenen Heilung aktiv mitzuwirken. Das befähigt den Patienten, auch nach Abschluss der Behandlung selbständig Kränkendes zu meiden, Gesundendes zu pflegen, Selbstentwicklung weiterzuführen. Das Wie des Werdens, sein Wirken auf Leib, Seele und Geist ist uns wichtig, nicht das äussere Endprodukt. Kurze Gespräche mit uns oder parallele Arzt- oder Psychotherapiekontakte können den Prozess vertiefen und befestigen.
Wir malen meist in Aquarelltechnik und mit Pflanzenfarben, zeichnen mit Graphit, Kohle, Pastell oder Wachs. Die verschiedenen Techniken betonen z. B. das Lichthaft-Durchscheinende, Wässerig-Bewegliche oder das Verdichtend-Befestigende. Das Formenzeichnen übt in vielfältigen linearen Bewegungen das Zusammenspiel von Führungskraft und phantasievollem Schwung, bzw. von Form-, Denk- und Stoffwechselkräften. Das Abzeichnen fördert die Wahrnehmungsfähigkeit für die äussere Welt.